Anlässlich der Generalversammlung am 18.02.2026 im Gasthaus Beinker begrüßte Versammlungsleiter Ulrich Westrup 84 Mitglieder und Gäste. Die Beschlüsse und Wahlen aus 2025 wurden aufgrund der verspäteten Eintragung der Satzungsänderung (Wechsel zur Generalversammlung) vorsorglich nochmals einstimmig bestätigt. Das Geschäftsjahr 2024/25 war sehr erfolgreich: Mit einem Durchschnittspreis von 3.058 € auf den Auktionen stieg der Umsatz um über 20 % auf 12,4 Mio. €. Besonders Spitzenqualitäten wurden deutlich besser honoriert als Ab-Stall-Verkäufe (Top-3-Färsen Ø 4.750 €). Erstmals seit mehreren Jahren ist eine Rückvergütung von 155 T€ netto (166 T€ brutto) wieder möglich: 0,4 % auf Viehumsätze, 3,5 % auf Besamungsumsätze und 1,1 % auf Agrarprodukte. Trotz rückläufiger Mitgliederzahlen entwickelten sich die Leistungen der OHG-Herdbuchbetriebe positiv – auch bei Nutzungsdauer (+0,3 Monate) und Lebensleistung der Abgangskühe, während in Nachbarregionen teils Rückgänge (u. a. durch Blauzungenbeschränkungen) zu verzeichnen waren. Die Absatzstruktur verlagerte sich durch die Blauzungenauflagen stärker ins Inland; erschwerte Spermaexporte wurden teilweise durch eine Ertragsschadensversicherung kompensiert. Sehr gute Zuchtwertergebnisse der Osnabrücker Bullen führten zudem zu einer Verdopplung des Inlandsumsatzes. Zum Abschluss wurde das neue Video der Schwarzbunt-Tage präsentiert:
Anschließend erläuterte Herr Wirkuttis vom Genossenschaftsverband Bilanz und Jahresabschluss. In der Vermögensstruktur gab es nur geringe Veränderungen; die Eigenkapitalquote liegt weiterhin bei herausragenden 92 %. Dank sehr guter Zuchtviehpreise stiegen die Umsätze um 2,4 Mio. € auf 20,16 Mio. €, bei entsprechend höherem Wareneinsatz. Der Jahresüberschuss von 134 T € wurde – im Unterschied zum Vorjahr – überwiegend aus dem operativen Geschäft erwirtschaftet; die Rückvergütung an die Mitglieder ist bei dem Ausweis des Gewinns bereits berücksichtigt.
Im Bericht des Aufsichtsrates ging Herr Westrup auf organisatorische Anpassungen wegen rückläufiger Mitgliederzahlen (Wechsel zu Generalversammlung) ebenso ein wie die zum neuen Geschäftsjahr notwendige Anpassung in der Gebührenstruktur aufgrund teils deutlich gestiegener Kosten. Weitere Themen die im letzten Jahr das Gremium mehrfach beschäftigten, waren u.a. die immer wieder wechselnden Verbringungsregelungen aufgrund der Ausbreitung von Blauzungenkrankheit sowie die sich kontinuierlich verändernden Strukturen bei nationalen und internationalen Zuchtorganisationen. Diesbezüglich zog aber Ulrich Westrup die klare Schlussfolgerung, dass die OHG mit ihren erfolgreichen „kleinem und effizienten“ Zuchtprogramm weiterhin sehr wettbewerbsfähig ist und sich somit eindeutig zur Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit bekennt. Die Investition in das Unternehmen STg Germany sei ebenfalls ein Baustein, um die OHG gut für die Zukunft aufzustellen und biete zudem Potential für zukünftige Vermarktungsoptionen.
Herr Wirkuttis verlas anschließend den Bericht der gesetzlichen Prüfung und bestätigte die sehr geordnete Vermögenslage sowie gute Ertragslage. Nach Beschlussfassung über den Jahresüberschuss beantragte Alfons Kerfeld sowohl für den Vorstand als auch den Aufsichtsrat die Entlastung, die einstimmig bestätigt wurde. Bei den anschließenden Wahlen wurde Hajo Leyschulte für den Vorstand sowie Hendrik Knollmeyer, Thomas Nölker und Jochen Teikemeier für den Aufsichtsrat jeweils einstimmig wiedergewählt.

Fachreferat: Vorsichtig positive Marktsignale bei Milch – gute Nebenerlöse bleiben
Mathias Klahsen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zeichnete in seinem Marktbericht ein insgesamt vorsichtig optimistisches Bild. Zwar liegen die Milchanlieferungen in Deutschland derzeit noch rund 6,5 % über dem Vorjahresniveau, doch mehren sich die Anzeichen, dass die Talsohle durchschritten sein könnte. Sowohl national als auch international zeigen sich deutliche Preisstabilisierungen; auch die letzten vier Termine beim Global Dairy Trade waren von steigenden Notierungen geprägt. Mit Blick auf die weitere Entwicklung erwartet Klahsen auf der Angebotsseite vor allem wachsende Exporte aus den USA, während der EU-Anteil am Weltmarkt leicht zurückgehen dürfte. Gleichzeitig entwickelt sich die Nachfrage stabil, der Konsum von Milchprodukten hat sich gefestigt und der Trend zu Ersatzprodukten verliert spürbar an Dynamik. Da in der EU mittelfristig eher mit einem rückläufigen Milchangebot gerechnet wird, ergeben sich für heimische Erzeuger insgesamt positive Perspektiven. Dazu tragen auch weiterhin stabile und hohe Nebenerlöse bei – gestützt durch feste Rindfleischpreise und ein knappes Nutzkälberangebot. Das Mercosur-Abkommen könnte im Rindfleischbereich zwar leicht dämpfend wirken, wird insgesamt jedoch eher als Chance denn als Risiko eingeschätzt. Auf der Kostenseite sorgen um etwa 10 % gesunkene Kraftfutterpreise und ausreichende Grundfuttervorräte für Entlastung. Diese Effekte können die rund 20 % niedrigeren Milchpreise allerdings nicht vollständig ausgleichen. In der anschließenden Diskussion wurde zudem deutlich, dass Themen wie CO₂-Bilanzen und Tierwohlanforderungen vor allem im deutschen Lebensmitteleinzelhandel an Bedeutung gewinnen, international jedoch bislang kaum eine Rolle spielen – ein Wettbewerbsnachteil für deutsche Milcherzeuger.