Im Jahr 2026 war turnusmäßig der östliche Tierschaubezirk der OHG mit der Durchführung an der Reihe. Nach der Eingliederung der ostwestfälischen Betriebe vor drei Jahren hatte sich nun mit Schumacher, Drohne ein Betrieb gleich hinter der Landesgrenze im Westfälischen für die Ausrichtung bereit erklärt. Das Gelände und auch die Mitarbeit aller weiteren Partner wie den landwirtschaftlichen Organisationen, Landfrauen etc. haben hierbei hervorragend funktioniert und wurden mit mehreren Tausend Besuchern belohnt.

Beeindruckende Betriebssammlungen

Wer sich kurz und schnell einen Überblick über die Top-Kühe verschaffen will, kann diese in der Regel schon beim ersten großen Wettbewerb der Züchtersammlungen genauer unter die Lupe nehmen. Auch in diesem Jahr waren dort alle späteren Siegerkühe mit vertreten. Die Kunst der Aussteller besteht darin, die Tiere auch zugleich als einheitliche, uniforme Gruppe zu präsentieren. Dies gelang in diesem Jahr der Bunge Agrar am besten mit einer Gruppe äußerst kraftvoller Kühe (3 bis 1. Kalb), die zugleich mit sehr drüsigen, fest ansitzenden Eutern zu überzeugen wusste. Alle drei Bunge’schen Kühe stammten übrigens von deutschen Vätern: Carenzo, Gladius und MIKE. Die Reservesiegersammlung von Kolckhorst-Kahle bestand aus jugendlichen Zweit- und Drittkalbskühen mit ebenfalls beeindruckender Euterqualität und klaren Fundamenten. Zu erwähnen ist sicher auch die Linkmeyer’sche Betriebssammlung, zumal die beiden Top-Kühe, WFL Gymnast Seline und WFL BELAMI Serenade, zuvor gemeinsam mit ihrer ARISTPO-Tochter bzw. -Enkelin als Kuhfamilie erfolgreich waren.

Siegersammlung
Bunge Agrar, Niedermehnen

Reservesiegersammlung
Kolckhorst-Kahle, Haltern

Bei den nachfolgenden Einzelwettbewerben hatten die Preisrichterduos, Henrik Wille und Maira Beyer sowie Jonas Loxtermann und Oliver Krüger, starke, gleichmäßige Konkurrenz in allen Einzelklassen. Auch wenn die Anmeldezahl gegenüber den Vorjahren etwas rückläufig war, war andererseits diesmal die Ausfallquote mit einem Drittel vergleichsweise gering, sodass sich 92 Kühe dem Richturteil stellten.

Preisrichter/in Oliver Krüger, Jonas Loxtermann, Henrik Wille und Maira Beyer

Siegerin alt: Eyska (Carenzo) von Bunge Agrar, Niedermehnen
RS alt: WFL Seline (Gymnast) von der Linkmeyer eGbR, Haltern
HM alt: Sina (Gladius) von Bunge Agrar, Niedermehnen

Westfälischer Erfolg bei alten Kühen

Den Heimvorteil auf westfälischem Boden wusste die Bunge Agrar bei der Siegerentscheidung der alten Kühe für sich zu nutzen. Die schon bei den Schwarzbunt-Tagen als zweitkalbige, erfolgreiche Carenzo Eyska (aus EX-91 MILTON) hatte vor einem Monat frisch gekalbt und präsentierte sich äußerst kraftvoll und mit einem imponierenden Euter. Als Reservesiegerin entschieden sich die Preisrichter für die höchste Lebensleistungskuh, die nun um 100.000 Liter liegende siebtkalbige WFL Gymnast Seline von Linkmeyer, die für ihre Lebensleistung nach wie vor ein erstaunlich hoch und fest angesetztes Euter aufwies. Zudem zeigte Seline leichte Vorzüge im Stil gegenüber der zweiten Bunge’schen Klassensiegerin, der lackschwarzen starken Gladius Sina, die sich eine ehrenvolle Erwähnung verdiente.

Kolckhorst-Kahle in mittleren Kuhklassen dominierend

Bei den 6 mittleren Kuhklassen stellte der Betrieb Kolckhorst-Kahle allein 4 Klassensieger. Auch hier gab es ein Wiedersehen mit auf den Schwarzbunt-Tagen erfolgreichen Schaukühen. Die im Januar als Siegerfärse ausgezeichnete KKH Lambda Tessa hatte ebenfalls erst vor einem Monat frisch gekalbt und präsentierte sich so tadellos, dass insbesondere aufgrund ihres imponierenden, lebhaft beaderten Euters kein Weg an ihr vorbei führte und sie die klare Siegerin dieser Kategorie wurde. Bei der nachfolgenden Entscheidung um Reservesieg und ehrenvolle Erwähnung wurde es dann schon enger. Die auf die frühere Schwarzbunt-Tage-Siegerkuh Lake-Red Alisa zurückgehende Chief-Tochter Anni von der Schulze Holstein GbR erhielt wegen ihrer etwas schöneren Oberlinie und Feinheit im Skelett den Vorzug vor der mit imponierendem Euter ausgestatteten drittkalbigen, auf die Schauikone Ugela Bell Fiere zurückgehenden Lambda Fire von Kolckhorst-Kahle/Lakemeyer.

Siegerin mittel: KKH Tessa (Lambda) von Kolckhorst-Kahle, Haltern
RS mittel: Anni (Chief) von der Schulze Holstein GbR, Vennermoor
HM mittel: Fire (Lambda) von Kolckhorst-Kahle, Haltern

Siegerin jung: HaH Dörte (Allgaud) von der Schulze Holstein GbR, Vennermoor
RS jung: KKH Atlee (Bullseye) von Kolckhorst-Kahle, Haltern
HM: Miss Lambda von der Niemeyer-Meier GbR, Harlinghausen

Reservesiegerin der Schwarzbunt-Tage überzeugt nach wie vor durch Frische und Komplettheit

Bei den abschließenden Färsenklassen zeigte die bei den Schwarzbunt-Tagen als Reservesiegerin erfolgreiche HaH Allgaud Dörte von der Schulze Holstein GbR trotz etwa 10 Monate in Milch nach wie vor sehr viel Frische im Euter. Diese mittelrahmige Färse überzeugte die Preisrichter zugleich durch ihre Kraft und Komplettheit im Körperbau, sodass sie die kapitale KKH Bullseye Atlee (Großmutter ist die frühere Schwarzbunt-Tage-Siegerkuh KKH Boss Annalena) auf den Reservesiegerplatz verweisen konnte. Eine ehrenvolle Erwähnung wurde der von der Niemeyer-Meyer GbR präsentierten hellen, harmonischen und mit imponierend breitem Hintereuter ausgestatteten Miss Lambda zuteil.

Jungzüchtervorführleistung auf allerhöchstem Niveau

Für den diesjährigen Jungzüchtervorführwettbewerb hatten sich 55 Jungzüchter/innen angemeldet und lieferten sich von der ersten bis zur letzten Klasse einen abwechslungsreichen Wettbewerb. Preisrichterin Maren Strudthoff war bereits bei den jüngsten Teilnehmern von ihrem Niveau sehr angetan, aber bei den mittleren und älteren Klassen wurde es noch zunehmend professioneller, sodass sie viele zusätzliche Herausforderungen stellen musste, um zu einer klaren Rangierung zu kommen. Die Sieger und Reservesieger finden Sie in der nachfolgenden Tabelle:

JZ-Siegerinnen Jung mit Preisrichterin Maren Strudthoff (li.)
Lotta Brünink, Mechthild Ostendorf und Minna Gärke

JZ-Siegerinnen mittel: Laura Kolckhorst-Kahle, Ida Dresselhaus und Marlen Krommes

JZ-Siegerinnen alt:
Madita Wißmann, Lisa Upmeyer und Marie Krüger

Beim abschließenden Wettbewerb um das beste Typrind konnte Madita Wißmann ihren diesjährigen Erfolg komplett machen und stellte mit FWS Wiomi (Major x Belami) auch das auffälligste Typtier dieses Wettbewerbs.

Fotografin aller Fotos: Dorothee Warder

Siegerin Typtier: FWS Wiomi (Major x Belami) von Wißmann, Suttorf