Eintägiger Grundlagenkurs bei der OHG
Unter dem Motto „Klauenpflege verstehen“ fand am 4. Februar erstmals ein eintägiger Grundlagenkurs zur Klauenpflege bei der OHG statt. Der Kurs wurde in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Klaue und der Osnabrücker Herdbuch eG durchgeführt und durch das Netzwerk Fokus Tierwohl finanziell unterstützt.
Geleitet wurde die Veranstaltung von der Tierärztin und staatlich geprüften Klauenpflegerin Marlene Langenberg, die insgesamt zwölf Teilnehmer intensiv in Theorie und Praxis der funktionellen Klauenpflege schulte.
Theorie: Grundlagen der funktionellen Klauenpflege
Im theoretischen Teil am Vormittag standen die Anatomie der Rinderzehe sowie die funktionelle Klauenpflege nach dem 5-Punkte-Schema im Mittelpunkt. Dieses Schema bildet die Grundlage jeder fachgerechten Klauenpflegemaßnahme.
Das 5-Punkte-Schema im Überblick:
- Erstellung der Maßklaue
(Dorsalwandlänge 7,5 cm, Sohlendicke 1 mm je 100 kg Körpergewicht; hinten Innenklaue, vorne Außenklaue) - Anpassung der Belastungsklaue an Länge, Dicke und Höhe der Maßklaue
- Erstellung der Hohlkehlung zur Entlastung von Druckpunkten und zur besseren Belüftung des Zwischenklauenspaltes
- Anlage eines Entlastungsschnittes bei Farbabweichungen und Defekten
- Entfernung von losem Horn im Sohlenbereich zur Minimierung des Risikos von Ballenfäule
Abschließend gilt es noch, die Haut des Zwischenklauenspaltes auf Geruch und Veränderungen zu kontrollieren, die Afterklauen einzukürzen und die Gliedmaßen in Stand und Bewegung zu beurteilen. Eine sorgfältige Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen ist für zukünftige Behandlungen sinnvoll.
Praxis: Anwendung an Totklauen
Nach der Mittagspause ging es zur praktischen Umsetzung in den OHG-Verkaufsstall nach Warringhof. Dort konnten die Teilnehmer ihr Wissen an sogenannten „Totklauen“ anwenden. Nach einer Einführung in Arbeitssicherheit und Werkzeugkunde arbeitete jeder Teilnehmer mit Klauenmesser oder Flex unter Anleitung der drei anwesenden Ausbilder.
Die einzelnen Arbeitsschritte wurden individuell begleitet und bei Bedarf korrigiert, sodass offene Fragen direkt geklärt werden konnten.



Positives Fazit und Ausblick
In der abschließenden Besprechung zeigten sich alle Teilnehmer – trotz sehr unterschiedlicher Vorkenntnisse – äußerst zufrieden mit dem neu erworbenen Wissen. Deutlich wurde jedoch auch, dass eine sichere und erfolgreiche Klauenpflege vor allem durch regelmäßige Anwendung im eigenen Betrieb erreicht wird.
Das große Interesse am Thema zeigt sich auch darin, dass der zweitägige Vertiefungskurs im März bereits ausgebucht ist. Dieser widmet sich den Ursachen, der Früherkennung, der Diagnose und der Behandlung von Klauenerkrankungen. Am zweiten Tag haben die Teilnehmer dann auch die Möglichkeit, unter Anleitung an lebenden Tieren auf einem Praxisbetrieb zu arbeiten.