Aufgrund der Corona-Pandemie konnten in der Halle Gartlage 4 Monate lang keine Auktion mehr stattfinden. Für die erste nun genehmigte Veranstaltung am 1. Juli 2020 hatte man die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um die Personenkontakte zu minimieren und den Mindestabstand zwischen allen Beteiligten zu gewährleisten. Dafür waren deutlich verlängerte und vorab mit den Beschickern genau abgestimmte Auftriebszeiten ebenso erforderlich wie die Registrierung aller beteiligten Beschicker, Kunden und die Umsetzung eines Bietnummern-Systems. Trotz allem Unbehagen durch das Tragen von Mund- und Nasenschutzbedeckung für die Gesamtzeit der Veranstaltung sowie dem generellen Unterbleiben von regem Austausch zwischen Züchtern sowie und Kaufinteressenten verlief die Auktion von Anfang bis Ende überaus flott und aus Sicht der Beschicker sehr erfolgreich. Hierzu trug vermutlich mehr die Witterung mit moderaten Temperaturen und immer wieder Regenschauern bei als die am Auktionstag in Kraft getretene MWSt-Vergünstigung. Letztlich fanden sich mehr Kunden als ursprünglich erwartet auf der Käufertribüne ein. Neben Einzelkunden aus Deutschland waren vor allem viele Kunden aus Belgien und den Niederlanden mit ihren Vermittlern angereist und konkurrierten mit Ankäufern aus Polen, Italien und Spanien um die angebotenen Tiere.

Der hohe Anteil von etwa 70 % der ins Ausland verkauften Tiere führte gegenüber der letzten sehr erfolgreichen Auktion im Februar nochmals zu einem Preisanstieg von +74 € auf durchschnittlich 1826 €. Das Gesamtangebot war dabei gekennzeichnet durch große Ausgeglichenheit, sodass auch ohne extreme Ausreißerpreise, aber dafür erzielten nahezu 40 % aller Rinder ein sehr gutes Preisniveau von 2.000 € oder mehr. Gerade die Top-Tiere profitieren durch die Wiederaufnahme der Auktionsvermarktung, denn bei den in den letzten Monaten zwangsweise notwendigen AbStall-Ankäufen waren Preise im 2000 € Bereich kaum mehr realisierbar. Bei der gestrigen Top-Färse für 2.400 € von Frank Neßlage handelte es sich um eine Devour mit guter Einsatzleistung, top Exterieur und einem Schaupedigree, die zurückgeht auf die 100.000 Liter Kuh (ViG Perle EX-93). Sowohl diese als auch weitere 5 der Top 10 Färsen sicherten sich jeweils belgische Kunden. Die weiteren Spitzenrinder für 2.300 € kamen aus neun verschiedenen Betrieben und hatten auch nahezu allesamt unterschiedliche Väter. Stärker vertreten mit mehreren Töchtern in der Gruppe > 2.000 € waren die bekannten OHG-Bullen Basta, Milton, Sinus und Trend, aber auch zwei der ersten Abi-Red PP-Töchter konnten ebenfalls in dieser Spitzengruppe mitmischen.

Bei den Bullen war ebenfalls eine breite Spitze vorhanden, ohne dass ein einzelner Bulle herausragte und somit keiner die 2.000 € Marke knackte. Drei Bullen erzielten jeweils 1.800 €. Hierbei handelte es sich durchweg um sehr gute Typbullen aus tiefen bewährten Kuhfamilien mit hohen Lebensleistungen. Als erster erreichte ein Trend-Sohn aus der bekannten Annen´schen H-Linie mit Ramos Hortensie EX-91 als Großmutter diesen Preis. Danach folgte ein Benz aus einer 6-kalbigen VG-88 Shottle von Schulte und nachfolgend ebenfalls Ramos im Pedigree; bei den jüngeren Bullen erzielte noch ein von Kolckhorst-Kahle angebotener Bonus aus VG-87 Touchdown und dann zwei Generationen EX mit Titanic Maisonne und Ramos Mairose diesen Preis. Alle 3 Bullen wurden im Auftrag für Kunden aus dem OHG-Gebiet, Schleswig-Holstein und Reinland-Pfalz ersteigert. Im Durchschnitt erreichten die 31 verkauften Bullen ein ebenfalls zufriedenstellendes Preisniveau von 1.415 €.

Das gleiche gilt für die am Schluss verkauften 7 Zuchtkälber zum Durchschnittspreis von 387 €, wobei der Toppreis von 700 € von einer aus ET-stammenden Hagar x Gymnast von A. Middelkampf erzielt wurde.

Für die nächste Auktion am 5. August 2020 wird aufgrund des flotten Verlaufes erneut ein Angebot um 350 Tiere erwartet.

TierkategorieAuftriebVerkauftPreismittelPreisspanneVeränderung
Bullen34311415 €850 – 1800 €– 125 €
Kühe221200 €700 – 1700 €– 400 €
Rinder1741711826 €800 – 2400 €+ 74 €
Kälber77387 €200 – 700 €– 23 €