Die letzten Tage vor der Zuchtviehauktion am 20. Mai 2026 erinnerten witterungsmäßig mehr an April als an einen sonnigen Mai. Auch während der Auktion wechselten ständig Regenschauer mit kurzen Sonnenscheinperioden. Für das Interesse am Auktionsangebot hatte diese wechselhafte Witterung durchaus Vorteile, da derzeit kaum an Silier- oder Feldarbeiten zu denken war. Obwohl die Auktionshalle nicht sonderlich gefüllt wirkte, waren doch die anwesenden Käufer aus unterschiedlichsten Regionen Deutschlands und dem Ausland (Belgien, Niederlande, Italien) allesamt recht aktiv und sicherten sich jeweils größere Stückzahlen, sodass am Ende Angebot und Nachfrage gut zueinander passten. Trotz des größeren Angebotes bei den Bullen war dort der Auktionsverlauf vom ersten bis zum letzten Bullen sehr flott, sodass auch der Durchschnittspreis von 2950 € nochmals leicht über der Vorauktion lag und auch gut 200 € über dem Rinderpreis. Andererseits verlief auch der Verkauf der Rinder, speziell gegen Ende, bei den jüngeren Tieren sehr flott und sorgte mit einem um 149 € gestiegenen Durchschnittspreis für ein sehr erfreuliches Ergebnis von durchschnittlich 2734 € und einer 100 %igen Verkaufsquote.

Bei den Bullen erzielten allein fünf Bullen Toppreise von 4000 € und mehr. Zum Preis von 4400 € sicherte sich ein eigens aus Baden-Württemberg angereister Kunde einen Vollbruder zu dem aktuellen OHG-Vererber CODEX P (COMET-Sohn von Reinermann). Den gleichen Preis erzielte ein hellbunter, korrekter, von der Bunge Agrar angebotener Shield-Sohn, der im Kaufauftrag an einen Stammkunden aus Hessen ging. Sehr aktiv bei den Bullen waren erneute belgische Kunden, und als wertvollsten Bullen sicherten diese sich diesmal für 4300 € einen von Reinermann angebotenen Luster P aus der bekannten RR Merryguy Elanor VG-87. Bei den nachfolgenden Bullen für jeweils 4000 € handelte es sich um einen homozygot hornlosen Rotbuntbullen aus der Kombination CASH-RED P x LUPO PP von Thomas Nölker, der ebenfalls nach Belgien ging. Vorab hatte als erster Bulle ein sehr gut entwickelter ROCKET RDC-Sohn von der Bunge Agrar die 4000-€-Marke erreicht und wird nun seinen Dienst in einem rheinischen Betrieb verrichten.

Bei den Rindern wurde die 4000er-Schwelle nur einmal erreicht, und zwar von einer hellen NEXO aus dem H-Stamm von Annen (geht zurück auf die DT-Kuh Levi Hofdame EX-90), die viele Kunden durch ihre Korrektheit und ihr sehr fest ansitzendes Euter begeisterte und nach längerem Bieterduell letztlich nach Belgien verladen wurde. Mit einem interessanten Pedigree und sogar über 50 kg Tagesleistung überzeugte eine starke, helle Tochter aus der Kombination PRIME x GENIUS, die von Beyer in Seeste angeboten wurde und per Kaufauftrag auch an einen Mitgliedsbetrieb ging. Dieses Rind geht zurück auf die Spring Aria-Kuhfamilie, die aktuell bei der OHG durch Topbullen wie MIKE und CARUSO zu überzeugen weiß. Jeweils 3800 € erzielte zudem eine leistungsstarke Master P aus der Elisa-Familie von Reinermann sowie eine typ- und leistungsstarke Färse aus der Kombination SKETCH x CALVIN von der Schumacher GbR. Auch hier waren die Kunden erneut Belgien bzw. im Auftrag eines Mitgliedsbetriebs. Insgesamt erzielten bei dieser Auktion 48 Färsen (33,6 %) Steigpreise von ≥ 3000 €, was deutlich das große Interesse an der Honorierung von Qualitätsfärsen bei dieser Auktion belegt.

Tierkategorie

Auftrieb

Anzahl Tiere

Verkauft

Anzahl Tiere

Durchschn.

preis

Preisspanne

von – bis

Vergleich

Vorauktion

Bullen 24 24 2950 € 1850 € – 4400 € + 7 €
Kuh 1 1 1800 €
Rinder 143 143 2734 € 1400 € – 4100 € + 149 €

COMET-Sohn

von Reinermann, Rüsfort

NEVADA-Tochter

von Linkmeyer, Haltern

ROCKET-Sohn

von Bunge in Niedermehnen

Die nächste Osnabrücker Auktion findet am 24. Juni 2026 statt und es werden ca. 300 Tiere erwartet.