In den letzten Wochen und Monaten standen die Milchpreise zunehmend unter Druck und unter diesen Voraussetzungen, gepaart mit teilweise verhaltener Auslandsnachfrage, gab es im Vorfeld sicherlich Sorgen in Bezug auf einen zufriedenstellenden Auktionsverlauf. Eine noch gute Kaufauftragslage und hohe Nachfrage aus Belgien sorgten im Endeffekt aber doch für einen relativ flotten Auktionsverlauf.
Bei dem vergleichsweise kleinen, aber feinen Angebot von 20 Deckbullen ergab sich dann auch bei dieser Auktion ein reges Bietgeschehen und fast die Hälfte der Bullen erzielte Preise von 3000 € und mehr. Am stärksten begehrt war ein vom Betrieb Reinermann angebotener, sehr korrekter, hornloser Shield-Sohn, der nach langem Bieterduell schließlich im Kaufauftrag an einen Kunden in Hessen ging. Dieser Bulle überzeugte u. a. durch ein fehlerfreies genomisches Profil, und in Kürze wird sein COMET-Halbbruder (CODEX P) bei der OHG zum Einsatz kommen. Für Hornlos macht ihn besonders interessant, dass er in den ersten drei Generationen mit Shield x Precision x Pikachu bewährte gehörnte Bullen im Pedigree aufweist und somit vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Der Zuchtbetrieb Reinermann hatte bei dieser Auktion noch 2 weitere Hornlosbullen in der Spitzengruppe mit einem homozygot hornlosen SUNTRO P- sowie einem Cop Red PP-Sohn. Ebenfalls drei Bullen mit über 3000 € steuerte die Bunge Agrar bei dieser Auktion bei. Der gefragteste Bulle von Bunge war ein Champion-Sohn aus der S-Familie, den sich ein Kunde aus Luxemburg zum Preis von 3600 € sicherte. Der gleiche Kunde kaufte auch den jüngsten Bullen der Auktion, der ein Top-Exterieur-Pedigree und auch vielversprechenden eigenen Typ zeigte. Es handelte sich hierbei um einen Harris-Sohn aus der mehrfach auf Schauen erfolgreichen GNH Lineman Olinde EX-91 vom Milchhof Kilver, der nach hartnäckigem Bieterduell für 3650 € zugeschlagen wurde.
Das Beste kommt zum Schluss
Nach diesem Motto hatte der Milchhof Kilver von seinen angebotenen Tieren bei dieser Auktion nicht nur bei den Bullen den höchsten Zuschlagspreis beim jüngsten Tier, sondern auch später bei den Rindern. Die rotbunte Färse aus der Kombination Boraz x Go Fast x VG-88 Attic überzeugte durch enorme Entwicklung und sehr viel Schaupotential. Sie wurde schließlich zum Preis von 3900 € einem Topzüchter aus Hessen zugeschlagen. Die nachfolgenden 10 Topfärsen zu Preisen von 3500 € bis 3800 € sicherten sich bei dieser Auktion allesamt Kunden aus Belgien, die diesmal zu den wenigen angereisten ausländischen Kunden gehörten. Zu dieser Gruppe gehörten u. a. eine weitere vom Milchhof Kilver angebotene Showtime-Tochter sowie eine hellbunte leistungs- und euterstarke Färse aus der Kombination Rover x KENT von Linkmeyer, die beide 3800 € erzielten. Jeweils 3700 € erreichten eine PRIME von Pues sowie eine auffällige dunkle BASKET PP von Bißmeyer und ebenfalls im ähnlichen Typ stehende Färse aus der Kombination Manitu x MILANO von der Timmering-Brandl Milch KG. Bei den insgesamt 40 Rindern mit Steigpreisen ab 3000 € war diesmal ESSEX RDC mit 4 Töchtern am stärksten vertreten und dann folgten CARUSO, PRIME, CALVIN, GENIUS, GLARUS und ARISTO mit je 2 bis 3 Tieren.
Am Ende war man trotz des weiter leicht nachgebenden Preises gegenüber der Vorauktion auch auf Beschickerseite mit dem Verlauf durchaus zufrieden. Dies wird auch durch die gute Verkaufsquote von 99 % bestätigt.
| Tierkategorie | Auftrieb | Verkauf | Preismittel | Preisspanne | Veränderung |
|---|---|---|---|---|---|
| Bullen | 20 | 20 | 2690 € | 1600 € – 4100 € | -151 € |
| Rinder | 146 | 144 | 2667 € | 1350 € – 3900 € | -73 € |
Zunächst steht nun am 31. Januar 2026 die Top-Genetik-Auktion im Rahmen der Schwarzbunt-Tage im Jubiläumsjahr (125 Jahre OHG) im Fokus und zur regulären Auktion am 11. Februar 2026 werden etwa 300 Tiere erwartet.

Topseller – Shield-Sohn von Reinermann

ESSEX RDC-Tochter von Annen für 3600 €

Showtime-Tochter vom Milchhof Kilver für 3800 €