Der Start des KuhVisons-Projektes aller deutschen Holstein-Verbände mit der Kombination von ganzen Herdentypisierungen sowie zugleich Erfassungen von Gesundheitsdaten nach einem einheitlichen Schema, startete genau vor 10 Jahren. Damals fand hierzu eine Pressekonferenz bei der OHG mit anschließender Betriebsbesichtigung auf dem Betrieb Westrup-Koch Milch GbR statt, da dort vorab das System der Typisierung mit Gewebeohrmarken und die gesamte Logistik vom Ohrmarkenhersteller über Labor bis zum Rechenzentrum (vit) getestet worden waren. Somit bot es sich an, an gleicher Stelle nach nun 10 Jahren einmal die erreichten Ergebnisse zu betrachten, und diese können auf ganzer Linie überzeugen.
Den Auftakt des Jubiläumstreffens bildete ein Pressegespräch bei der OHG, an dem Vertreter verschiedener landwirtschaftlicher Fachmedien teilnahmen. Nach einem Überblick über die Entwicklung von KuhVision und Herdentypisierung in den vergangenen 10 Jahren bestand Gelegenheit für Fragen und einen intensiven Austausch über die Bedeutung der genomischen Zuchtwertschätzung sowie die nationalen und internationalen Erfolge des Projektes. Die anwesenden Pressevertreter konnten sich dabei ein umfassendes Bild von den erreichten Fortschritten und der heutigen Bedeutung von KuhVision für die Milchrinderzucht machen.



Anke Rolfes vom Bundesverband Rind und Schwein informierte über die erreichten Meilensteine, wie im August 2023 die Erreichung des 1. Mio.sten Tieres bis nun aktuell einem Stand von mehr als 1,5 Mio. typisierten Tieren. Damit sind jetzt exakt 33,5 % aller Herdbuchtiere durch dieses hervorragende Zucht- und Management-Tool erfasst. Zudem hat die Deutsche Zuchtwertschätzung speziell durch die auf Basis der Daten aus KuhVisions-Betrieben aufgebaute Lernstichprobe für Gesundheitszuchtwerte im internationalen Vergleich etabliert und liefert für diesen Bereich die differenziertesten und verlässlichsten Zuchtwerte.
Darüber hinaus erlaubt das System der Herdentypisierung sehr frühzeitig vielfältige Möglichkeiten in der Planung und Umsetzung von Selektions- und Anpaarungsstrategien. Im Anschluss an eine erneute Pressekonferenz mit einigen Vertretern/innen aus der landwirtschaftlichen Fachpresse und eine Betriebsbesichtigung bei der Westrup-Koch Milch GbR fand auch das jährliche Treffen aller KuhVisions-Betreuer aus ganz Deutschland, Luxemburg und Österreich und damit ein reger Austausch über weitere zukünftige Optimierungsmöglichkeiten statt.

Sehr beeindruckt zeigten sich alle Besucher von den Leistungen und Strategien der Westrup-Koch Milch GbR, wo aktuell mit 600 Kühen und zweimaligem Melken eine Leistung von über 14.000 kg Milch mit 4,25 % Fett und 3,50 % Eiweiß erreicht wird und zugleich eine Lebenstagleistung von 22,8 kg Milch. Ulrich Westrup zeigte sich überzeugt und begeistert vom System KuhVision und von den genomischen Zuchtwerten. Er legt bei seinem Betriebsmanagement immer schon sehr starken Fokus auf regelmäßige Datenanalyse und Auswertungen. Damit war für ihn auch die Meldung von Gesundheitsdaten keine zusätzliche Belastung, sondern eine Hilfe, dass diese noch besser aufbereitet zur Verfügung stehen. Zudem legte er dar, dass er sich vor der genomischen Zuchtwertschätzung wenig für die Zucht interessiert habe, aber nun auf entsprechend sicherer Datenbasis in den letzten Jahren zunehmend züchterische Aktivitäten entwickelt hat und damit beispielsweise im letzten Jahr zum wichtigsten Bullenlieferanten für das OHG-Zuchtprogramm geworden sei.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Betriebsbesichtigung bei der Tönsfeuerborn Bioenergie GmbH & Co. KG in Verl. Das Betriebsleiterehepaar stellte den Teilnehmern seinen Betrieb mit aktuell 812 Milchkühen und 490 weiblichen Nachzuchttieren vor. Die durchschnittliche Herdenleistung lag im Jahr 2025 bei 789 Kühen bei 15.295 kg Milch mit 3,79 % Fett und 3,44 % Eiweiß. Seit 2017 setzt der Betrieb die Herdentypisierung ein und nimmt seit 2021 an KuhVision teil. Nach anfänglicher Skepsis gegenüber der genomischen Selektion habe insbesondere der Abgleich von Genotyp- und Phänotypdaten zur Überzeugung beigetragen. Die Selektion der Tiere erfolgt heute unter anderem auf Basis des RZ€. Im Rahmen eines Betriebsrundgangs wurden die betrieblichen Abläufe erläutert und verschiedene Management- und Zuchtstrategien vorgestellt.

Wenn auch Sie ein Teil der Erfolgsgeschichte werden wollen, melden Sie sich gerne bei Daniel Langer.
Daniel Langer
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