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Guter Jahresabschluss, Wechsel im Vorstand und interessante Diskussionen

Vertreterversammlung 2019

Die diesjährige OHG-Vertreterversammlung am 27.02.2019 war von vielen Emotionen geprägt. Einerseits erlebten die etwa 100 anwesenden Vertreter und Gäste die würdevolle Verabschiedung von Herbert Dieckmann nach über 30 Jahren im Gremium der OHG mit. Andererseits gab es im Rahmen des Vortrages von Frau Dr. Bianca Lind vom Bundesverband Rind & Schwein zu aktuellen Themen des Dachverbandes teils schwierige und emotionale Diskussionen zu Langstrecken-Tiertransporten. Zunächst stand aber erst einmal der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2017/18 zur Beratung an. Sowohl diese Ergebnisse als auch die bisherigen Resultate aus dem ersten Drittel des neuen Geschäftsjahres konnten durchweg die Anwesenden sehr zufriedenstellen, so dass die nachfolgenden Beschlüsse zu Jahresabschluss, Gewinnverwendung, etc. alle einvernehmlich und einstimmig gefasst wurden.

Im Lagebericht erläuterte Geschäftsführer Hans-Willi Warder nochmals die wesentlichen Ergebnisse aus dem letzten Geschäftsjahr. Im Mitgliederbereich waren die Umsätze durchweg auf einem konstanten Niveau. Bei etwas geringerer Stückzahl gab es ein leichtes Umsatzplus in der Tiervermarktung und andererseits geringe Rückgänge im Bereich Besamung und beim Embryotransfer. Auch im aktuellen Geschäftsjahr sind die Trends durchweg ähnlich, wobei in der Zuchttiervermarktung zwar die Stückzahlen leicht rückläufig sind, aber erfreulicherweise sich die Preise gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum auf den Auktionen um ca. 200 € erhöht haben und damit nun auf einem erfreulichen Niveau um 1.800 € pro Auktionsfärse liegen. Eine wichtige Grundlage für das gute Jahresabschlussergebnis in 2017/18 war eine weitere Steigerung im Spermaexport und auch aktuell sind hier die Ergebnisse nicht zuletzt durch gute Rangierungen einiger Topbullen wie Adlon P auf anderen ausländischen Skalen weiterhin recht gut. Allerdings gibt es sicher auch gewisse schwer einzuschätzende Risiken wie die weitere Ausbreitung von Blauzungenkrankheit und in Folge davon dann Restriktionen in der Verbringung von Zuchtvieh, Sperma und Embryonen.

Bei der Vorstellung des Jahresabschlusses erläuterte Jürgen Halbrügge alle wesentlichen Veränderungen bei den wichtigsten Bilanzpositionen. Der Jahresüberschuss und auch der entsprechende Gewinnausweis lag zwar im letzten Geschäftsjahr mit 100 T€ unter dem Vorjahr, wo allerdings auch einige Sondereffekte für das überraschend positive Ergebnis mit verantwortlich waren. Aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht war dagegen das Geschäftsjahr 2017/18 mit einem ordentlichen Betriebsergebnis von 288 T€ sehr gut und sogar besser als das Vorjahr. Somit kann den OHG-Mitgliedsbetrieben aus dem letztjährigen Jahresabschluss erneut eine beachtliche Rückvergütung in Höhe von etwa 177 T€ gewährt werden, die sich aufteilt in 0,6 % auf Tierumsätze, 4 % auf Besamungsumsätze und 1,5 % auf Agrarproduktumsätze.

Heinrich Thöle ging in seinem Bericht des Aufsichtsrates nochmals auf wesentliche Diskussionsthemen innerhalb des Gremiums während des letzten Jahres ein. Hierzu gehörten u. a. die Umsetzung der EU-Tierzuchtverordnung und Verabschiedung eines neuen Zuchtprogrammes sowie auch Anpassungen im Rahmen der neu in Kraft getretenen EU-Datenschutzgrundverordnung. Darüber hinaus gab es einige Anpassungen und Veränderungen von der Halle Gartlage bis hin zu den Veranstaltungskonzepten für Züchterball und auch Beratungen zu Tierschaukonzepten. Besonders erfreulich waren im letzten Jahr vor allem auch die außerordentlich großen Erfolge im Bereich der Jungzüchterarbeit, so dass insgesamt Heinrich Thöle ein weiterhin positives Fazit für das OHG-Modell einer kleinen, züchterisch intensiven und sehr mitglieder-nahen Organisation zog.

Bei den anschließenden Wahlen zum Gremium schied Herbert Dieckmann nach über 30 Jahren in Aufsichtsrat sowie Vorstand der OHG altersbedingt aus dem Gremium aus. Heinrich Thöle würdigte seine Verdienste für die OHG, wo er immerhin mehr als 14 Jahre auch als Vorstandsvorsitzender hauptverantwortlich war. Durch seine ganz eigene Art von Besonnenheit gepaart mit Entschlossenheit und vor allem absoluter Verlässlichkeit bei seinen Entscheidungen genoss Herbert Dieckmann nicht nur im Gremium der OHG, sondern in der Mitgliederschaft sowie bei den Mitarbeitern und überregional sehr hohen Respekt und hat sich damit für die Weiterentwicklung der OHG sehr verdient gemacht. Somit war es eine logische Konsequenz, dass ihm im Rahmen der Verabschiedung die Ehrenmitgliedschaft der OHG zuteilwurde. Die kurze und prägnante Erwiderung hierzu von Herbert Dieckmann selbst wurde von allen Anwesenden im Saal spontan mit stehendem Applaus bedacht.
Heinrich Thöle (re.) verleiht Herrn Dieckmann die Ehrenmitgliedschaft

Bei den nachfolgenden Wahlen wurde zunächst Cord Lilie neu in den Vorstand gewählt. Im Aufsichtsrat wurden die turnusgemäß zur Wahl stehenden Aufsichtsratsmitglieder Gerd Klöcker und Heinrich Thöle bestätigt. Neu in den Aufsichtsrat wurde Heinz-Georg Plogmann-Gr. Börding aus Hagen gewählt. Bei der nachfolgend kurzfristig einberufenen gemeinsamen Vorstands- und Aufsichtsratssitzung wurden innerhalb der Gremien die Funktionen neu gewählt. Neuer Vorstandsvorsitzender ist nun Hajo Leyschulte und neuer Stellvertreter Heinfried Pösse. Im Aufsichtsrat bleibt Heinrich Thöle Aufsichtsratsvorsitzender und zu seinem Stellvertreter wurde Ulrich Westrup gewählt.


Hans-Willi Warder, Cord Lilie, Heinfried Pösse, Herbert Dieckmann und Hajo Leyschulte (v.l.n.r)

Zum Abschluss der Vertreterversammlung stellte Frau Dr. Bianca Lind als Geschäftsführerin des Bundesverbandes Rind & Schwein die Entwicklung und Neuausrichtung ihres Dachverbandes vor. Neben einem Überblick über die wesentlichen Aufgaben machte sie deutlich, dass nicht zuletzt viele neue Herausforderungen in der Landwirtschaft und Tierzucht sowie der Wunsch nach einer besseren politischen Interessenvertretung der Tierzucht sowohl eine Verbesserung der Effizienz innerhalb des Verbandes als auch insbesondere eine verbesserte Kommunikation nach außen erforderlich machen. Aus aktuellem Anlass ging sie hierbei exemplarisch auf die Diskussion zu Langstreckentiertransporten ein. Frau Dr. Lind erläuterte zunächst die einschlägigen rechtlichen Rahmenbedingungen wie die EU-Tiertransportverordnung 1/2005 mit den entsprechenden Vorgaben für Ladedichten, Ruhezeiten, etc.. Insbesondere die vielen äußerst positiven Rückmeldungen von langjährigen Kunden und teils in Zusammenarbeit mit Ministerien aufgebauten gemeinsamen Projekten zeigen, dass Zuchttiere auf den Transporten gut versorgt und behandelt werden und in den entsprechenden Ländern zum Aufbau wertvoller Zuchtbestände für die Nahrungsmittelproduktion dienen. Dazu im krassen Widerspruch stehen die über einige Medien immer wieder verbreiteten schockierenden Bilder von Schlachtviehexporten, obwohl es eigentlich aus Deutschland beispielsweise im Jahr 2018 gar keine Schlachtvieh-Transporte mehr in Drittländer gab. Besonders angeheizt ist die Diskussion in den letzten Wochen dadurch, dass durch einen Fachartikel in einem tierärztlichen Journal nun der Eindruck erweckt wird, dass Amtstierärzte ggf. Tierschutzvorschriften missachten, wenn sie durch Ausstellung von Vorlaufattesten den Export in Drittländer nicht verhindern würden. Auch Dr. Fritzemeier vom Veterinäramt Osnabrück wies auf diesen Konflikt hin. Frau Dr. Lind stellt klar, dass durch die Vorlaufatteste nur die entsprechenden gesundheitlichen Anforderungen für den Export bescheinigt werden können bzw. müssen und sich dann das für die Ausfuhr ins Drittland beauftrage Veterinäramt über eine korrekte Durchführung des Transportes bis zum Zielort entsprechend der europäischen und für Deutschland geltenden rechtlichen Vorgaben vergewissern müsse. Es liegt im ureigenem Interesse der Zuchtverbände, dass die Tiere vor, während und auch nach dem Transport tierwohlgerecht behandelt werden. Jeder berechtigten Kritik stehen wir offen gegenüber. Diese muss allerdings auf Fakten basieren! Auch dem BRS ist an einer klaren juristischen Klärung sehr gelegen, statt einer durch immer wiederholte verzerrte mediale Darstellungen emotional aufgeheizten Diskussion führen zu müssen.