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OHG-Vertreterversammlung

Positives Jahresabschlussergebnis trotz rückläufiger Umsätze

Die Vertreterversammlung der Osnabrücker Herdbuch eG zum Geschäftsjahresergebnis 2015/16 fand in diesem Jahr zeitnah am 15. Februar 2017 in Vennermoor statt und war mit 59 stimmberechtigten Vertretern sehr gut besucht. Im Lagebericht informierte Geschäftsführer Hans-Willi Warder zu den wesentlichen Ergebnissen aus den Bereichen Herdbuch, Tiervermarktung, Besamung und Embryotransfer im letzten Geschäftsjahr sowie über den aktuellen Stand im ersten Drittel des bereits laufenden neuen Geschäftsjahres (seit 1. Oktober 2016).

Im Herdbuch-Bereich ist es außerordentlich erfreulich, dass in dem extrem schwierigen Umfeld des vergangenen Jahres sowohl die Kuhzahl um mehr als tausend und damit erstmals seit langer Zeit über die 40.000 Herdbuchkühe hinaus gesteigert werden konnte und sogleich mit +17 kg Fett+Eiweiß eine deutliche Leistungssteigerung auf 9.950 kg Milch mit 4,03 % Fett sowie 3,39 % Eiweiß bei den Osnabrücker Herdbuchkühen realisiert werden konnte.


Die geschäftlichen Ergebnisse waren durch die extrem angespannte Preissituation bei Milch beeinflusst. Dies führte sowohl im Bereich Zuchtvieh zu deutlichen Umsatzrückgängen als auch bei Besamung, Embryotransfer. Erfreulicherweise ist aber aktuell im ersten Drittel dieses Geschäftsjahres speziell in der Tiervermarktung und in der Besamung wieder eine leichte Aufwärtsbewegung zu verzeichnen. Die Umsatzrückgänge im vergangenen Geschäftsjahr konnten durch Kosteneinsparungen soweit kompensiert werden, dass ein positives Jahresabschlussergebnis mit einem Jahresüberschuss von 106.160 € bzw. nach Einstellung des Bos-Genetik-Gewinnes in die Rücklagen ein Bilanzgewinn in Höhe von 69.849 € ausgewiesen werden konnte.

Im Bericht des Aufsichtsrates ging Heinrich Thöle nochmals auf die sehr schwierigen Rahmenbedingungen des vergangenen Geschäftsjahres ein. Dabei erinnerte er, dass wegen des unterschiedlichen BHV1-Status zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen die westfälischen Mitgliedsbetriebe für 7 Monate nicht mehr direkt die Osnabrücker Auktion beschicken konnten, was sicher auch mit eine Ursache für die entsprechenden Umsatzrückgänge war. Seitens des Genossenschaftsverbandes trug Herr Stefan Reinke, Prüfungsdienstleiter des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems, den zusammengefassten Prüfungsbericht vor und stellte dabei heraus, dass die Buchführung und Finanzen der Genossenschaft nicht nur wohl geordnet sind, sondern vor allem die Genossenschaft über einen außerordentlich hohen Anteil wirtschaftlichen Eigenkapitals und damit über sehr gute Finanzierungsverhältnisse verfügt.

Durchweg sehr erfreulich war im vergangenen Jahr die Entwicklung im Bereich Zuchtprogramm. Die OHG ist nach wie vor im bundesweiten Vergleich die Organisation, die ihren Mitgliedern nicht nur das Bullenangebot mit höchstem gRZG-Niveau anbieten kann, sondern zugleich mit sehr ausgeglichenen Zuchtwertprofilen und unter anderem auch den durchschnittlich besten Melkbarkeitszuchtwerten. Für die zukünftige Ausrichtung der Holsteinzucht auf neue Merkmale aus dem Gesundheits- und Fitnessbereich hat die OHG mit als erste deutsche Holstein-Organisation ihre Betriebe für das neue gemeinsame Projekt KuhVision mit Typisierung ganzer Herden und konsequenter Erfassung aller Gesundheits- und Klauenschnittdaten rekrutieren können.

Zur Wahl standen turnusmäßig Hajo Leyschulte für den Vorstand sowie Jürgen Ballmann und Jochen Teikemeier für den Aufsichtsrat. Alle drei wurden mit einstimmigen Ergebnissen in ihren Ämtern für eine weitere Wahlperiode bestätigt.

Für Hubert Rosenbusch, der sein Amt nach Aufgabe der Milchviehhaltung und Übernahme seiner neuen Aufgabe in der Vermarktungsabteilung der OHG im Herbst niedergelegt hatte, wurde als neues Aufsichtsratsmitglied Hendrik Knollmeyer aus Müschen gewählt.

Herr Thöle bedankt sich bei Hubert Rosenbusch für seine Tätigkeit im Aufsichtsrat

 


Für den abschießenden Fachvortrag konnte zur diesjährigen Vertreterversammlung Dr. Stefan Rensing vom VIT Verden gewonnen werden, der eine Bestandsaufnahme der aktuellen Entwicklungen in der Holsteinzucht und Zuchtwertschätzung vornahm. Einige seiner Kernaussagen waren unter anderem, dass entgegen einiger Pressemitteilungen durch Außenstehende im vergangenen Jahr speziell die gleich starke Berücksichtigung der Einnahme-Merkmale (RZM) und andererseits der Kosteneinsparungs-Merkmale aus dem Fitness-Bereich in einem ökonomisch passenden Verhältnis stehen und sich die genetischen Trends damit auch alle leicht positiv in allen Merkmalen entwickeln – bis hin zur Töchterfruchtbarkeit. Gerade durch die genomische Selektion haben die Fitness-Merkmale relativ im Zuchtfortschritt stärker zugelegt, da hierfür nun gleich von Beginn an Zuchtwerte mit ausreichender Sicherheit verfügbar sind. Nachfolgend demonstrierte Dr. Rensing an mehreren Analysen zur Validierung der genomischen Zuchtwerte bis hin zu Toplisten – Vergleichen vom Zeitpunkt des Ersteinsatzes und jetzt mit Töchterergebnissen, dass letztlich immerhin etwa 2/3 der absoluten Spitzenbullen sich nach wie vor in der Gruppe der höchsten Bullen (Top 50) befindet und der Zuchtwertabfall (ohne Basiskorrektur) über die Jahre keineswegs stärker ist als bei den töchter-geprüften Bullen. Für Interessenten steht die Präsentation von Dr. Rensing auch unter folgendem LINK zur Verfügung.

In der abschließenden regen Diskussion unterstich Dr. Rensing, dass für ihn aus dem Exterieur-Bereich nur die Fundament- und Eutermerkmale angemessen berücksichtigt werden sollten, wohingegen in punkto Nutzungsdauer die Analysen eher negative Beziehungen zu Milchtyp und Körper aufzeigen. Auch zu kritischen Fragen hinsichtlich der Höhe der heutiger Zuchtwerte von genomischen Top-Bullen bis hin zu Vergleichen mit nordamerikanischen genomischen Systemen blieb er den Anwesenden keine Antwort schuldig und unterstrich klar, dass man sich mit der aktuellen Ausrichtung in der Holstein-Zucht auf dem richtigen Weg für eine profitable Milchrinderzucht befindet.