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Gut besuchte Bezirksversammlungen zum Jahresabschluss

Traditionell führt die OHG im Dezember ihre Informationsversammlungen an vier Standorten im OHG-Gebiet durch.

Dort wird im Geschäftsbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr sowie über aktuelle Tendenzen im Bereich Rindervermarktung, Besamung und Zuchtprogramm informiert. In diesem Jahr waren unter dem Einfluss der Milchkrise verständlicherweise die Umsätze sowohl im Zuchtvieh- als auch im Besamungsbereich rückläufig. Durchaus vielversprechend ist allerdings der Start ins neue Geschäftsjahr – gerade mit der kürzlich durchgeführten Dezember-Auktion, wo nicht zuletzt aufgrund der herausragenden Qualität alleine 50 Rinder Preise von 2.000 € und mehr erzielten. Bei der Besamung waren erstmals seit mehreren Jahren leichte Rückgänge von 2,1 % bei den Erstbesamungen bzw. 2,8 % bei den Gesamtbesamungen zu verzeichnen. Ebenfalls ging erstmals leicht der Einsatz von weiblich gesextem Sperma zurück und umgekehrt war eine deutliche Zunahme beim Einsatz von Fleischrasse-Bullen für Kreuzungsbesamungen zu beobachten. Gleichwohl liegt die OHG hier noch im deutlich einstelligen Bereich und es dominieren in der Besamung nach wie vor wertvolle genomische Holstein-Bullen. Das OHG-Zuchtprogramm ist hier nach wie vor äußerst erfolgreich und auch bei den überregionalen Auswertungen bereits das 3. Jahr in Folge mit Abstand am erfolgreichsten hinsichtlich gRZG sowie vieler weiterer Hauptzuchtwerte. Gerade die im letzten Jahrgang eingesetzten Bullen zeichnen sich durch ausgesprochen komplette Vererbungsprofile mit durchweg sehr guten Exterieur-, Fitness- und Roboterwerten aus. Der am stärksten eingesetzte Bulle war im OHG-Bereich die aktuelle Nummer 1 der RZRobot-Liste BASTA, der auch in puncto Exterieur zu den besten verfügbaren Balisto-Söhnen gehört. Ihm folgte eine Gruppe mit den Bullen ALBAN, BAROLO, GARANT, TREND, ALONSO, BUCK, LOUIS und CONSUL, die alle zwischen 3000 und 4500 Gesamtbesamungen rangieren. Maik Wittemeier stellte bei der abschließenden Bullenvorstellung viele dieser Bullen sowie auch die aktuelle Nr. 1, den Bullen CICERO, sowie viele neue aktuelle Topbullen wie Alamo oder das Trio der Missouri-Söhne, MILORD, MILTON und MILANO ebenso wie die interessantesten Hornlosbullen der OHG (SIRIUS P und POWER PP) ausführlich vor und gab entsprechende Anpaarungsempfehlungen. Nicht ganz unwichtig sind die durchweg überdurchschnittlichen Befruchtungsergebnisse der OHG-Bullen und auch in der aktuellen Zuchtwertschätzung erhielten hier erstmals jüngere Bullen wie TREND oder DEKO-RED herausragende Bewertungen von +4 NRp.

Auf den Versammlungen wurde zudem von Herrn Ellersiek, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, über die aktuellen Ergebnisse aus dem Bereich der MLP berichtet (bzw. von Herrn Claushues im Bereich Minden-Lübbecke). Trotz rückläufiger Anzahl Mitgliedsbetriebe und auch im zweiten Halbjahr leicht rückläufigen Kuhzahlen war insgesamt im Jahresdurchschnitt im Bereich des Milchkontrollrings Osnabrück noch eine Zunahme um gut 1.000 Kühe zu verzeichnen und die durchschnittliche Betriebsgröße stieg um 6,7 Kühe auf nun 69,3 Kühe an. Mit einer Durchschnittsleistung von 9.926 kg Milch mit 4,05 % Fett sowie 3,40 % Eiweiß konnte zudem niedersachsenweit die höchste Leistungssteigerung mit +191 kg Milch, +11 kg Fett und +7 kg Eiweiß verzeichnet werden. Bei den besten Betrieben sind inzwischen schon durchweg Leistungen von >12.000 kg notwendig, um in der absoluten Spitzengruppe rangieren zu können. Bei den Spitzenleistungen der Einzeltiere geht es sogar in der Regel deutlich über die 15.000 kg hinaus und bei den allerbesten Färsen sind auch schon Topleistungen von 13.000-14.000 kg mit durchaus noch passenden Inhaltsstoffen möglich. Bei den Färsen führt nach Eiweißmenge die Maxim-Tochter Eluisa von Reinermann und auch auf den weiteren Plätzen bei den Erstkalbskühen sind erstaunlich viele Maxim-Töchter sowie Töchter weiterer OHG-Bullen zu finden. Höhepunkt der Vorstellung sind natürlich die Tiere mit enorm hohen Lebensleistungen. Auf den Versammlungen konnten in diesem Jahr erneut auch 5 neue 10-Tonnerinnen geehrt werden. Bei den hohen Lebensleistungskühen wird nach und nach der Einfluss von Ramos immer mehr deutlich und alleine 2 der 5 genannten neuen 10-Tonner sind Ramos-Töchter.

Besonders viel Interesse fand in diesem Jahr das Fachreferat von Johann Kalverkamp von der VR AgrarBeratung AG in Lingen. Er berichtete über Möglichkeiten der Milchpreisabsicherung, was sicher gerade nach einem so schmerzlichen Milchpreisjahr wie 2016 ein hochaktuelles Thema für alle Milcherzeuger darstellt. Johann Kalverkamp machte aber eingangs deutlich, dass man sich vor der Beschäftigung mit dem Abschluss von Kontrakten an der Börse zunächst einmal über die eigenen Kennzahlen des Betriebes und insbesondere dem eigenen „Break-even-Point“ für die Kosten der Milcherzeugung im Klaren sein muss. Langfristige Betrachtungen zeigen, dass hier im Mittel die Betriebe etwa um 32 Cent/kg liegen, aber es durchaus auch Topbetriebe gibt, die bereits mit 28 Cent Grundpreis Geld verdienen können. Herr Kalverkamp machte deutlich, dass man Defizite in der Produktionstechnik und eigenen betrieblichen Leistungen kaum durch geschicktes Agieren an der Börse kompensieren kann. Viel mehr ist die längerfristige Absicherung des Milchpreises über die Börse ein probates Mittel, um sich bei überdurchschnittlichen Leistungen dann auch längerfristig und kalkulierbar Überschüsse aus der Milchproduktion zu sichern. Die nicht ganz einfachen Abläufe für den Abschluss von Vorausabsicherung des Milchpreises erläuterte Johann Kalverkamp sehr anschaulich, wobei er deutlich machte, dass letztlich an solchen Modellen auch ein großes Interesse seitens der Molkereiwirtschaft besteht, dies gemeinsam mit den Milcherzeugern zukünftig verstärkt zu nutzen. Allerdings werden die Molkereien kaum in der Lage sein, aus Liquiditätsgründen eine solche Absicherung für all ihre Lieferanten durchzuführen. Somit müsse sich hiermit jeder selbst befassen und entscheiden, ob es für ihn sinnvoll ist, sich auf die planbare Absicherung des Milchpreises einlassen möchte. Dann sollte man vielleicht auch konsequenterweise den Futtermittelzukauf langfristig vorausplanen und Kontrakte hierfür abschließen. Aktuell sieht Herr Kalverkamp speziell den nach wie vor etwas „überhitzten“ Buttermarkt als äußerst attraktiv an, um sich hier längerfristig noch gute Preise zu sichern. Umgekehrt scheint der Futtermittelmarkt zurzeit noch günstig genug zu sein, um sich dieses Preisniveau auf für das gesamte Folgejahr zu sichern. Für eine konkrete Umsetzung empfiehlt allerdings Herr Kalverkamp dann nochmals spezielle Schulungen und Seminare mit entsprechenden Fachleuten wie seinen Kollegen von der VR AgrarBeratung oder anderen vergleichbaren Unternehmen. Nachlesen kann man zudem das Konzept der Milchpreisabsicherung auch im Markblatt 411 der DLG.