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Hitzeschlacht in Grafeld - eine Lokale Tierschau mit Bundesniveau

Nachdem vor 3 Jahren die Bersenbrücker Tierschau in Voltlage sprichwörtlich beinahe ins Wasser fiel, gab es in diesem Jahr am Sonntag, dem 28. August, von morgens bis abends Sonnenschein pur und Temperaturen über 30 Grad. 

Da sich allerdings die ganze Woche über solche Temperaturen bereits angedeutet hatten, hatten die Aussteller bei den Tierständen durch selbstgebaute Abdeckungen und Pavillons durchweg für Schattenplätze für nahezu alle Schaukühe gesorgt. Das Gelände am Hof von Stefan Triphaus in Grafeld befand sich in einem hervorragenden Zustand und auch die Vielfalt der Veranstaltung mit Bauernmarkt, Gewerbeschau, vielen Spielaktionen für Kinder und natürlich ein umfangreiches Kuchenbuffet der Landfrauen bot für jeden Besucher Unterhaltung für den ganzen Tag. Vielen Besuchern war allerdings der Aufenthalt in der Sonne am Tierschaugelände teilweise zu anstrengend. Von daher am meisten gefragt waren diesmal nicht unbedingt Grillwürstchen oder Kuchen, sondern vor allem Wasser an den Getränkeständen. 

Trotz der aktuell sehr schwierigen Marktlage im Milchbereich, die in anderen Regionen Deutschlands teils auch zu Absagen von überregionalen Tierschauen geführt hat, war diese Veranstaltung geprägt durch außerordentlich starke Beschickung (mehr als 150 Schaukühe aufgetrieben) durch die Holstein-Züchter aus den Altkreis Bersenbrück sowie auch guter Beteiligung an der Gesamt Osnabrücker Jungzüchter-Tierschau und zu guter Letzt noch einer Sonderschau mit gut 50 Tieren der Rasse Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind (DSN) aus dem gesamten Weser-Ems Raum.
Als Preisrichter bei den Holsteins waren in diesem Jahr Jürgen Ballmann mit Carina Nölker sowie Torben Melbaum mit Nils Kolckhorst-Kahle in den Ringen 1 und 2 tätig. Die Jungzüchter-Tierschau wurde von Julia Weinberg aus dem benachbarten Emsland gerichtet. Bei den DSN-Tieren kommentierte durchgehend Ludger Specker, der sich aber bei den Richtentscheidungen mit seinem holländischen Richterkollege, Nico Hooghmiester, abstimmte. 

Starke Züchtersammlungen in allen Betriebsgrößenklassen

Den Beginn der Veranstaltung machten die schwarzbunten Holsteins mit Familien und dem umfangreichen Richten von Züchtersammlungen. Bei den Familien war die Richtentscheidung letztlich nicht so schwierig, da nur eine Familie mit 3 Töchtern der Gavor-Tochter Bange vom Evers im Wettbewerb verblieben war. Diese drei hellbunten langgestreckten Kühe konnten aber durchaus mit ihren fest und hoch aufgehängten Eutern überzeugen.

Teils sehr knappe und schwierige Entscheidungen gab es dann beim Richten der Züchtersammlungen in 5 Betriebsgrößenklassen. Bei den kleineren Betrieben setzten sich die 3 stilvollen Kühe von Asmuß aus Wulften vor der Sammlung von Kettmann aus Loxten durch. In den beiden nächst größeren Betriebsgrößensammlungen konnten sich die sehr einheitlichen – jeweils mit jungen Kühen bestückten Sammlungen - von Mester in Röpke sowie Greskamp in Grafeld für die Siegerauswahl qualifizieren. In der Klasse ab 120 Kühe ging die Sammlung von Frank Neßlage aus Nortrup mit der Schwarzbunt-Tage-Siegerkuh Elisa und 2 weiteren auffälligen Einzelkühen als Beste hervor. Besonders eng wurde es in der größten Betriebsgrößenklasse, in der sich am Ende die Sammlung von Christian Bielefeld (Foto) mit einer Fünfkalbskuh (Shottle Annika), einer Drittkalbskuh (Elvan Greta) und der zweitkalbigen Fever Conny (ihres Zeichens zweimal Siegerin bei den Schwarzbunt-Tagen) nicht nur aufgrund der Qualität der Einzelkühe, sondern auch ihres insgesamt harmonischen Bildes vor der ebenfalls sehr starken Sammlung von Uwe Reinermann aus Rüsfort durchsetzen konnte. Diese Ib – Sammlung wurde aber von den Preisrichtern als einzige zweitplazierte für die anschließende Siegerauswahl nominiert. Dort überzeugte letztlich die Bielefeld’sche Sammlung nicht nur in punkto Typ, Hintereuter, sondern vor allem auch durch die Korrektheit der Fundamente und konnte damit knapp die sehr stilvollen Asmuß‘schen Kühe auf den Reservesiegerplatz verweisen. Dies sollte aber nicht das letzte Aufeinandertreffen bei Siegerauswahlen dieser beiden wohl bei dieser Tierschau erfolgreichsten Zuchtbetriebe sein. 

Ramos-Töchter dominieren bei alten Kuhklassen

In den ersten drei der sieben Kuhklassen mit allesamt über 30.000 kg Lebensleistung setzen sich jeweils bekannte Ramos-Töchter als Klassensieger durch. In der ersten Klasse war dies mit nahezu 100.000 kg Lebensleistung die bekannte Honduras von Annen, in der zweiten Richtklasse die nicht minderbekannte neunkalbige AMA Farina von Asmuß und in Klasse 3 die ebenfalls als Schwarzbunt-Tage – Siegerin und von Bundesschauen bekannte RR Olanda von Reinermann. Diese drei bewährten Zuchtkühe bekamen aber in der Endlinie für die Siegerauswahl starke Konkurrenz durch einige jüngere und am Schautag noch frischere Klassensiegerinnen aus den jüngeren Kuhklassen mit 3 bis 5 Kalbungen. Die Preisrichter wählten für die Endlinie zunächst als die besten vier Kühe neben AMA Farina (Foto) auch die beiden dunklen aus der Sammlung bekannten Bielefeld’schen Kühe (Shottle Annika und Elvan Greta) sowie die nicht minder imponierende drittkalbige RR Snowman Heidefee (aus der bekannten früheren Schwarzbunt-Tage-Siegerkuh Heidegold) von Reinermann aus. Nicht zuletzt aufgrund ihrer fürs Alter nach wie vor beeindruckenden Frische und Korrektheit und der deutlich höheren Anzahl an Kalbungen wurde AMA Farina der verdiente Siegerpreis zugesprochen vor der extrem stilvollen und sehr euterstarken Elvan Greta von Bielefeld (Züchter: Westrup-Koch Milch GbR). 

Bei den mittleren Kuhklassen erneut Asmuß und Bielefeld an der Spitze

Zahlenmäßig am stärksten besetzt waren bei dieser Schau die mittleren Kuhklassen mit Zweit- und Drittkalbskühen. Bei der Endlinie zur Siegerauswahl konnten die Zuschauer und Preisrichter sich an insgesamt 20 Ia- und Ib-Kühen aus diesen Richtklassen erfreuen. In manchen Einzelklassen gab es schon sehr enge Entscheidungen zwischen Top-Kühen, die auch nach Meinung der Preisrichter durchaus Verbands- bis sogar Bundesschauniveau hatten. Für die Endauswahl wurden schließlich fünf Kühe nominiert, und zwar von Bielefeld’s eine euterstarke tiefrippige Sanchez (IR Anelia) sowie die bekannte Fever-Tochter Conny. Aus den jüngeren Richtklassen kam eine hellbunte superkorrekte Summer von Reinermann’s (RR Marleen), eine dunkle euterstarke Jordan von Neßlage (NN Nevada) sowie aus der letzten Kategorie die äußerst stilvolle und mit einem Top-Euter ausgestattete AMA Gold Chip Swarovski (Foto) von Asmuß hinzu. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Frische und des an diesem Tag enormen Stils setzte sich die Asmuß’sche Gold Chip-Tochter schließlich vor der bekannten Conny als Siegerin durch. Zu erwähnen ist sicherlich, dass auch die Qualität der weiteren nicht für die Endlinie nominierten Klassensieger enorm gut war und hier u. a. noch eine Goldino von Rüther GbR, eine Gold Chip von Kettmann, eine Steady von Asmuß sowie eine großrahmige Maxim und die superkorrekte Epic-Tochter und Vollschwester des OHG-Bullen Epinal, beide von Bielefeld, ebenfalls zu gefallen wussten. Bei vielen anderen lokalen Tierschauen hätten diese Kühe durchaus das Potential für Siegerpreise gehabt, aber bei dieser starken Konkurrenz mussten sie sich „nur“ mit Klassensiegen begnügen. 

Viele jugendliche Erstkalbskühe mit enormem Zukunftspotential

Bei den abschließenden 7 Färsenklassen waren auch bei den älteren Färsen sehr jugendliche Kühe mit viel Entwicklungspotential dabei. Für die Endlinie dominierten dann aber doch eher die Sieger aus den jüngeren Klassen. Einzige Ausnahme war die älteste Färse, eine Meteor aus Ramos von Kettmann, die in der Endlinie gefolgt wurde von einer großrahmigen, stilvollen, hellen Beach von Meyer, Kettenkamp, sowie der auffälligen rotbunten Armani-Tochter NN Tara von Neßlage, der jugendlichen Colt P Tanja von Middelkampf, Grönloh, sowie abschließend der kapitalen Famous-Halbschwester RR Galaxy Bambi von Reinermann. Als klare Siegerin ging die in allen Belangen überzeugende rotbunte Armani (Foto) von Neßlage hervor. Zur Reservesiegerin wählten die Preisrichter die jugendliche helle schwarzbunte Colt P von Middelkampf, deren Mutter und GrMutter (Advent Tally-Red EX-93) bereits jeweils in Madison bei der Red Holstein Schau erfolgreich waren. 

Zuchtbetrieb Grotjohann-Holtheide erfolgreichster Aussteller bei DSN-Sonderschau

Bei den ca. 50 ausgestellten DSN-Tieren vom kleinen Kalb bis zum ausgewachsenen Deckbullen waren Züchter aus dem Gesamtraum Weser-Ems vertreten. Erfolgreichster Aussteller war der direkt in Grafeld ansässige Betrieb Grotjohann-Holtheide. In der Kategorie Rückkreuzung stellte er mit der Rancher-Tochter Hermine die Gesamtsiegerin. Bei den DSN-Reinzuchtkühen entschieden sich die Preisrichter für die von Gramsch aus Jade stammende drittkalbige Christoph-Tochter Mona zur Siegerin. In der Kategorie der Züchtersammlung war dann erneut Grotjohann-Holtheide erfolgreich. Bei den Bullen imponierte der von Guido Holtheide vorgestellte und aus den Niederlanden stammende Anders-Sohn Robin v. P durch sein korrektes Fundament und wurde ebenfalls mit einem Siegerpokal ausgezeichnet. 

Jungzüchter-Wettbewerb mit beachtlichen Leistungen

Pünktlich um 12 Uhr zogen auch die ersten Jungzüchter in den Ring 3 und fortan war dieser Ring der vom Publikum am meisten belagerte und zog immer großes Interesse auf sich. Die diesjährige Preisrichterin Julia Weinberg aus Isterberg hat selbst schon mehrmals erfolgreich an großen Jungzüchtervorführwettbewerben teilgenommen und konnte somit ihre Platzierungen verständlich kommentieren und den Teilnehmern einige Tipps zur Verbesserung ihrer Vorführleistung geben. Als Erstes starteten die jüngsten Jungzüchter im Alter von 6-9 Jahren unter der extremen Hitze, die allen Teilnehmern sowohl Tier und Mensch zu schaffen machte. Für die Siegerauswahl Jung qualifizierten sich Marie Reinermann, Felix Kettmann, Madita Wißmann, Lina Bohse, Friedrich Bielefeld, Svenja Niemeyer, Martin Determann, Hennig Merßing, Maira Beyer und Theo Ballmann. Letztendlich sicherte sich Maira Beyer mit ihrem Barolo-Kalb Joy Kay den Siegertitel vor Friedrich Bielefeld. 


Danach waren die mittleren Klassen an der Reihe. In dieser Altersklasse gab es drei Einzelklassen aus denen es Niklas Reinermann, Jonas Annen, Steffen Loxtermann, Rike Annen, Jonas Loxtermann und Pia Birke in die Siegerauswahl schafften. In diesem Jahr konnten sich die beiden Brüder Jonas Loxtermann mit seinem Select-Kalb Luise als Sieger und Steffen Loxtermann als Reservesieger durchsetzen. Mit ihrer souveränen Vorführleistung und der kontinuierlichen Aufmerksamkeit zur Richterin konnten sie die starke Konkurrenz hinter sich lassen. 



Bei den 16-25 Jährigen gab es dieses Jahr nur zwei Klassen, dafür stieg das Niveau stetig an und der Preisrichterin fiel ihre Entscheidung immer schwerer. Besonders überzeugt haben hierbei Oliver Krüger, Theresa Bekehermes, Sophie Altevogt und Ulrike Schulze. Als Siegerin ging hierbei Ulrike Schulze aus dem Ring, die zuvor eine 1b Platzierung hatte, sich aber bei der Siegerauswahl durch eine überragende Vorführleistung mit einem Tiertausch den Titel holte. Reservesieger wurde Oliver Krüger. 

In die Endauswahl zum besten Typtier der Schau schafften es von den jüngeren Teilnehmer eine Columbus von Caspar Annen, eine Air-Red von Madita Wißmann, eine Goldsun von Friedrich Bielefeld, eine Famous von Henning Merßing sowie eine X-Agent von Jule Dresselhaus. Aus der mittleren Altersgruppe kamen eine schickes rotbuntes Brekan aus der Tony Beauty – Familie von Niklas Reinermann, die in Tarmstedt schon erfolgreich präsentierte Golden Dreams von Klara Ballmann und das Select-Jungrind von Jonas Loxtermann hinzu. Von den bereits gerade (übrigens beide mit Trend) belegten Rindern der älteren Teilnehmer waren eine Eloquent von Oliver Krüger sowie eine Big Point von Ulrike Schulze in dieser Endauswahl dabei. Am Ende entschied sich Julia Weinberg für Ulana von Ulrike Schulze, der Big Point aus einer von Gr. Honebrink stammenden VG-85 Xacobeo. 

Abschließend möchten wir uns ganz herzlich bei allen Jungzüchtern und deren Eltern für die viele Arbeit und das große Engagement bei der Vorbereitung zu diesem Jungzüchterwettbewerb bedanken. Wir wünschen allen Teilnehmern für die Zukunft alles Gute und hoffen euch im nächsten Jahr alle wieder begrüßen zu dürfen.