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Sehr gut besuchte OHG-Bezirksversammlungen

In der zweiten Dezemberwoche führte die OHG traditionell ihre Informationsversammlungen in 4 Regionen des Zuchtgebietes durch. Alle Versammlungen waren sehr gut besucht mit insgesamt mehr als 350 Mitgliedern. Damit konnten deutlich mehr als die Hälfte aller Herdbuch-Mitgliedsbetriebe der OHG aktuell über das letzte Geschäftsjahr, die Ergebnisse der Leistungsprüfung, interessante Empfehlungen zur Kälberaufzucht und zum neuen Bullenangebot informiert werden.

Im OHG-Geschäftsbericht zeigte Hans-Willi Warder auf, dass die aktuelle Milchpreismisere auch deutlich ihre Spuren im Zuchtviehmarkt hinterlässt, so dass bei weitem nicht mehr das Rekordergebnis des Vorjahres erreicht werden konnte und leider die Durchschnittspreise auf den Auktionen knapp unter die 1.600 €-Marke gefallen sind. Im Zusammenhang mit der Zuchtviehvermarktung wurde ausführlich auf die aktuelle Problematik der Artikel 10-Anerkennung Niedersachsens eingegangen (inzwischen am 17.12. im Bundesanzeiger veröffentlicht und damit wirksam). Dies bedeutet zwar für die niedersächsischen OHG-Mitgliedsbetriebe ab Januar verbesserte Absatzmöglichkeiten, aber die westfälischen Mitglieder können vorübergehend die Auktion in Osnabrück nur nach vorheriger 30-tägiger Quarantäne beschicken. Eine Alternative ist aufgrund der mit der RUW getroffenen Vereinbarung, die vorübergehende Beschickung des Standortes Hamm durch die westfälischen OHG-Mitglieder. Sehr erfreulich sind die weiteren Entwicklungen im Besamungsbereich mit einem erneut deutlichen Plus von 3,4 % bei den Erstbesamungen. Beim Bulleneinsatz dominieren im OHG-Bereich nahezu ausschließlich genomische Bullen und auf Platz 1 lag im letzten Jahr erneut Boss vor Garant, der seinerseits mit + 5 % Non Return zu den besten Befruchtern in Deutschland gehört. Beachtlich ist generell, dass die OHG derzeit bei den genomischen Bullen etwa 2/3 der besten Befruchter (mit + 4 und + 5 % NR) stellen kann! Für die Zuchtbetriebe vielleicht noch eindrucksvoller sind die Entwicklungen beim Zuchtwertniveau, wo die OHG auch im letzten Prüfjahrgang wieder deutschlandweit deutlich an der Spitze lag. Der rasante Fortschritt bei der genomischen Selektion hat allerdings auch zur Folge, dass das bisherige System der Bullenlernstichprobe in absehbarer Zeit an Grenzen stoßen wird, da durch die extrem starke Vorselektion die eingesetzten Bullen keine repräsentative Stichprobe der Population darstellen. Daher beabsichtigen die deutschen Holstein-Zuchtverbände in den nächsten Jahren den Umstieg auf eine Kuhlernstichprobe und hierbei soll sogleich das Ziel mitverfolgt werden, auch neue Merkmale zu erfassen. Das sog. „KuhPro“-Konzept zum Aufbau der Lernstichprobe wurde ausführlich erläutert und auf Anhieb haben sich bereits mehr als 20 Betriebe mit in Summe ca. 3.000 Herdbuchkühen gemeldet, die zukünftig in ihren Betrieben die gesamte weibliche Nachzucht typisieren wollen zu vergünstigten Konditionen und dafür auch zusätzliche Daten erheben. Da aber vielleicht nicht bei jedem Betrieb nachher alle Anforderungen umgesetzt werden könne, besteht bis zum nächsten Frühjahr noch für einige weitere Betriebe die Möglichkeit, sich anzumelden. Neben den Entwicklungen im Bereich Embryotransfer sowie zur Ausnutzung der Halle Gartlage wurde abschließend auf verschiedenste Tierwohl-Themen eingegangen und anhand von fundierten Auswertungen aufgezeigt, dass viele der Vorwürfe in aktuellen Fernsehreportagen wie einseitige Zucht auf Turbokühe etc. eindeutig wiederlegt werden können durch in den letzten Jahren sehr positive Trends bei Nutzungsdauer und allen weiteren Fitnessmerkmalen.

Bei den Berichten über die Ergebnisse der Leistungsprüfung waren diesmal weder von Herrn Ellersiek für die Region Osnabrück noch von Herrn Claushues für den Bereich Minden-Lübbecke nennenswerte Leistungssteigerungen zu vermelden. Hauptursache hierfür war sicherlich die drohende sehr hohe Superabgabe im letzten Milchquotenjahr und dadurch das starke „Ausbremsen“ kurz vor Ende der Milchquotenregelung, so dass beispielsweise auch m Bereich des MKR Osnabrück durch vorzeitiges Trockenstellen die durchschnittlichen Melktage im letzten Jahr um 4 Tage niedriger lagen. Gleichwohl sind die Einzelergebnisse sowohl für die besten Herden als auch Einzelkühe bis hin zu den besten Zellzahlbetrieben nach wie vor sehr beeindruckend. Herausragend war die Anzahl an neuen 10 Tonner-Kühen. In diesem Jahr konnten auf den Versammlungen insgesamt 9 Kühe für eine solche enorme Lebensleistung geehrt werden.

In einem Fachreferat berichtete Daniel Langer, Mitarbeiter im Bereich Herdenbetreuung der OHG, über die Ergebnisse seiner Masterarbeit. Er hatte dort untersucht, inwieweit in der frühen Aufzuchtphase für 2 Wochen AdLibitum-getränkte Kälber später in der 1. Laktation bessere Leistungen zeigen. Auch wenn hier nicht alle Effekte mit deutlicher Signifikanz (aufgrund der geringen Stichprobengröße) abgesichert werden konnten, war eine Leistungssteigerung um 330 kg in der 1. Laktation zu beobachten und viele Untersuchungen zeigen zudem auch deutliche Vorteile im Bereich der Tiergesundheit. Daniel Langer fasste anschließend wichtige Empfehlungen zur Kälberfütterung und -haltung zusammen. Hier ist nach wie vor eine ausreichend große und frühe Kolostrumgabe und anschließend möglichst in der ersten Aufzuchtperiode eine Ad Libitum-Tränke klar zu empfehlen. Das Ausschöpfen des Entwicklungspotentials in der frühen Aufzuchtphase führt zu stabilerer Gesundheit, früherem Erstkalbealter und leistungsstärkeren Kühen. Im letzten Teil seines Referates gab Herr Langer noch nützliche Tipps, wie man durch verbesserte Haltung (z. B. durch optimale Einstreu ein besserer Nestingscore) den Krankheitsdruck bei den Kälbern erheblich senken kann und stellte auch neue Systeme aus den USA zur Schlauchbelüftung von Kälber- und Jungrinderställen vor.

Sehr umfassend und fundiert informierte Maik Wittemeier abschließend über das aktuelle Bullenangebot auf Basis der neuen Dezember-Zuchtwertschätzung. Neben vielen attraktiven bewährten und neuen OHG-Bullen hat die OHG auch weiterhin ein umfangreiches Angebot an in- und ausländischen Vererbern für ihre Mitglieder (im „Kundenbereich“ auf der Homepage können OHG-Mitglieder diese Detailinfos auch in der Rubrik „Auktions-Info“ nachsehen).

Für den sehr guten Besuch bei den Bezirksversammlungen möchten wir uns bei den Mitgliedsbetrieben ganz herzlich bedanken und wünschen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches und gutes Neues Jahr.